Suche
  • Marco und Kim

Das grausam lukrative Geschäft mit exotischen Tieren

Der internationale Handel mit exotischen Tieren gehört zu den grössten illegalen Geschäften und Netzwerken der Welt. Der erbitterte Kampf um das Nashorn Horn oder das Elfenbein führte dazu, dass die Arten in Afrika bis zur nahen Ausrottung gewildert wurden. Während jedoch viele Menschen über diese Entwicklungen in den Medien lesen können, wurden andere Arten eher unbemerkt bis zum Aussterben gejagt.


Auch der Malaienbär ist im illegalen Wildtierhandel sehr beliebt. Besonders die Babys der kleinsten Bärenart der Welt wirken ungefährlich und besonders „niedlich“, weshalb sie als Haustier nachgefragt werden. Jedoch bedeutet auch jedes Bärenbaby, das im illegalen Tierhandel gehandelt wird auch eine tote Bärenmutter, die bei dem Versuch ihr Jungtier zu schützen, zuvor von den Wilderern getötet wurde. Und natürlich wird auch jedes kleine Bärenbaby einmal erwachsen und entwickelt sich zu einem kräftigen Bären, der für einen Menschen, insbesondere aufgrund seiner grossen Krallen, auch durchaus gefährlich werden kann. Aus diesem Grund werden viele als Haustier gehaltene Malaienbären ab einem gewissen, „unzahmen“ Alter getötet oder sich in der Wildnis selbst überlassen, wobei die allermeisten sich nicht mehr selbst versorgen können und verhungern.


Gallefarmen


Leider landen viele zuvor als Haustier gehaltene Bären auch auf den sogenannten Gallenfarmen und werden insbesondere für die traditionelle chinesische und vietnamesische Medizin als Gallensaftspender gehalten. An dieser Stelle muss jedoch erwähnt werden, dass die allermeisten der auf Samboja Lestari lebenden Malaienbären Opfer des Wildtierhandels wurden und zuvor von der Borneo Orangutan Survival Foundation (BOSF) oder den lokalen Behörden von privaten Besitzern beschlagnahmt wurden. In Indonesien selbst existieren nur wenig bekannte (illegale) Gallenfarmen, was insbesondere daran liegt, dass der Malaienbär in Indonesien unter strengem Schutz steht und die traditionelle Medizin auch nicht auf den Gallensaft des Bären zurückgreift, wie beispielsweise die chinesische. Diese erläutert ihr brutales Vorgehen damit, dass der Gallensaft des Bären Krankheiten wie beispielsweise Fieber heilen kann.

Ein trauriger Fakt ist jedoch, dass das illegale private und kommerzielle Geschäft mit wilden Tieren weiterhin boomt und daran ist letztlich auch unser alltägliches Verhalten im Internet und den Sozialen Netzwerken schuld.


Die Problematik der Sozialen Netzwerke im illegalen Wildtierhandel


Vor wenigen Wochen ging ein Instagram Video viral, dass einen in Gefangenschaft lebenden Schimpansen dabei zeigte, wie er ein Smartphone komplett selbstständig bediente. Der Menschenaffe scrollte sich hierbei durch Instagram und sah sich Videos von anderen Schimpansen an, wobei er genau wusste, wie er mit seinen Fingern über den Bildschirm wischen musste, um die App zu bedienen.

Ein zunächst harmlos wirkendendes Video ist jedoch einer der Hauptgründe für die anhaltende kommerzielle Jagd und den illegalen Wildtierhandel. Solche Videos erwecken ein völlig falsches Bild von einem eigentlich wilden Tier und porträtieren es als zahmes Haustier.

Besonders erschreckend an diesem Video sind die knapp 11’000 Kommentare die fast ausschliesslich positive Reaktionen in Bezug auf den Intellekt und der „Niedlichkeit“ des Tieres darstellen.

Wenige Tage nach der Veröffentlichung des Videos meldete sich das Jane Goodall Institut, welches sich auf den Schutz und die Forschung der letzten wild lebenden Schimpansen in Afrika spezialisiert hat, zu Wort und kritisierte die Darstellung des Tieres stark. Ein solches Video würde demnach nicht nur der Intelligenz und der artgerechten Haltung nicht nachkommen, sondern könnte auch den illegalen Wildtierhandel weiterhin unterstützen, in dem ein wildes Tier als niedliches Haustier porträtiert wird.


Solche Videos sind zudem kein Einzelfall und auch nicht auf Primaten beschränkt. Nicht nur der Handel mit wilden Tieren boomt, sondern auch der Tourismus. In den Sozialen Netzwerken kursieren viele Bilder, die in Gefangenschaft lebende Wildtiere in enger Verbundenheit mit einem Menschen zeigen. Von Erinnerungsfotos mit schwimmenden Tigerbabys oder einem Selfie mit einem ausgewachsenen Löwenmännchen - für Touristen wird in Vergnügungszoos in Ländern wie Thailand oder Südafrika alles möglich gemacht. Problematisch ist zudem, dass diese Bilder anschliessend in den Sozialen Netzwerken geteilt werden und wiederum dazu führen können, dass andere Personen diese Erfahrung mit einem wilden Tier ebenfalls erleben möchten.

Für viele Menschen erscheint der illegale Wildtierhandel als ein weit entferntes Problem, welches ein Individuum nicht lösen oder gar bekämpfen kann. Fakt ist jedoch, dass bereits viele kleine Handlungen, wie das Liken eines Bildes, welches ein Tier in einer nicht artgerechten Situation zeigen, bereits eine grosse Wirkung haben können.


Eine Plattform zur Aufklärung


Der renommierte Fotograf Aaron Gekoski arbeitet aus diesem Grund derzeit an einer Plattform, die es jedem Einzelnen ermöglichen soll, den Missbrauch von wilden Tieren in den Sozialen Netzwerken melden zu können. Aaron wird zudem im Juli im Rahmen seiner „Raise the red Flag“ Kampagne ebenfalls nach Borneo reisen und die Arbeit der BOSF auf den Rettungsstationen Samboja Lestari und Nyaru Menteng filmen. Sein Ziel dieser Reise ist es artgerechte Rehabilitationszentren für wilde Tiere zu filmen, um langfristig über den Missbrauch auf vielen falschen Rettungsstationen und Vergnügungszoos aufmerksam zu machen.


Jeder kann dabei helfen, gegen den Missbrauch von Tieren und dem illegalen Tierhandel vorzugehen. Hinterfrage Videos in den Sozialen Netzwerken, die wilde Tiere darstellen und reagiere auf Kommentare, die auf die Niedlichkeit der Tiere (wie im Fall des Schimpansen) fokussieren.

Überlege immer, ob ein solches Video wirklich mit einem Like markiert werden sollte - denn oftmals kann bereits ein kleines Like einen grossen Unterschied machen und dem illegalen Tierhandel die Luft rausnehmen.

Newsletter abonnieren

 

© Eine Kampagne von BOS Schweiz

Kontakt

BOS Schweiz
Zweierstrasse 38A
8004 Zürich
info@bos-schweiz.ch
Tel.: 044 310 40 30

Spendenkonto BOS Schweiz (PC): 85-651634-3
IBAN: CH06 0900 0000 8565 1634 3
Stichwort: bearinmind

Deine Spende an BOS Schweiz kann steuerlich geltend gemacht werden